Ohne Strom und Wasser?

Wie kann man in einem Haus wohnen, in dem es kein fließendes Wasser gibt? Müssen wir jeden Tag zum Brunnen gehen, um uns zu waschen? Nein. Zum Glück ist das Haus direkt gegenüber der Berufsschule, die wir mit unserem Verein Mahmoo e. V. fördern. Dort gibt es einen Brunnen. Mittels Handpumpe werden ehemalige Speiseölkanister, 10 an der Zahl mit je ca. 20 l Fassungsvermögen, mit frischem, tiefem Brunnenwasser gefüllt und von James bei uns in die Badezimmer und die Küche gestellt. Das Wasser verwenden wir zum Waschen und Kochen und für Tee. Trinkwasser kaufen wir sauber und extra abgepackt. Während man zu Hause entspannt die Klospühlung zieht, zählt man hier achtsam die Kellen Wasser, die man zum Spühlen verwenden, James muss das ganze Wasser schließlich pumpen und her schleppen. Das macht ungemein achtsam…

Und wie duscht man nun ohne fließend Wasser? Und wie spült man? Wer schon einmal unter einer Dusche ohne Wasserdruck gestanden hat, kennt das Gefühl: Der tröpfelnde Wasserstrahl reicht kaum dazu, die Seife abzuspülen. Man wünscht sich einen Wasserfall, viel Wasser auf einmal! So eine Wasserfall-Dusche haben wir: Wasser wird aus dem großen Eimer geschöpft und über den Kopf geschüttet. Zwei Kellen und die Seife ist weg. Auch ein BD wird so problemlos ersetzt. Das Wasser ist so warm wie die Luft innen: 27 Grad. Richtig erfrischend ist das nicht, aber die Kondensation danach sorgt für kühle Haut. Wir lieben mittlerweile unsere Eimer-Dusche! Die Spülung funktioniert ebenso simpel. Der Eimer neben der Toilette hat genug Wasser, um auch intensiver spülen zu können. Dennoch ist man damit ungemein sparsam.

Langfristig hoffen wir, mit einer Photovolatik-Anlage unseren Energiebedarf decken zu können. Aber die Anlage ist im Container, der derzeit noch irgendwo auf dem Ozean schippert. Aber so ganz ohne Strom geht es für uns nicht, die Telefone und Laptops müssen geladen werden. Und wir gönnen uns den Luxus einer Kühlung. Bei 35 Grad am Tag und 25 Grad bei Nacht verderben alle Lebensmittel sehr schnell. Ganz zu schweigen von dem Charme eines gekühlten Getränkes. Und etwas Licht ab 19 Uhr, wenn es hier stockdunkel wird. Also wurde ein Generator angeschafft, die einzige Möglichkeit, hier gezielt und punktgenau Energie zu bekommen. Jeden Tag lassen wir ihn ein paar Stunden laufen uns sorgen damit für unsere Grundversorgung an Energie. Definitiv nicht nachhaltig, aber ein kleines Luxus-Element.

Bei der derzeitigen Krisenlage  wird es noch mal luxuriöser. Auch hier sind die Benzinpreise in den letzten Wochen um die Hälfte gestiegen. In diesem Armen Land eine Katastrophe. Erschwerend kommt hinzu, dass der Brennstoff nur sehr sporadisch verfügbar ist.

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