Duftender Sirup

Blumig und aromatisch duftend, zart cremeweiß, voller Kindheits-Sommererinnerungen: Der Holunder! Wer sich noch keinen Holunder-Sirup-Vorrat angelegt hat – jetzt ist die Zeit, denn noch sind hier in Schleswig-Holstein reichlich Blüten an den Büschen, aber sie verblühen langsam. Und er ist soooooo einfach herzustellen!

 

Mari beim Einsammeln der Blüten.
Die ersten Flaschen sind gefüllt.

Und so gehts:

1. Eine große Menge Holunderblüten sammeln. Das alleine ist schon ein Erlebnis – wo gibt es die schönsten Büsche? Wie komme ich an die riesigen Dolden, die natürlich immer ganz weit oben stehen…? Ich nehme dafür gerne den Klapp-Einkaufskorb, der immer im Auto parat liegt, so werden die Blüten nicht gequetscht. Wie viel man sammelt, hängt davon ab, wie viel Sirup man einkochen will. Ich komme immer in einen Rauschzustand und sammel vieeeeeel zu viel. Man kann die Dolden mit einer Schere oder einem Messer abschneiden, aber sie lassen sich auch recht einfach abbrechen.

2. Zuhause lasse ich die Dolden ein paar Stunden draußen stehen, die Dolden welken etwas an und die eventuell auf den Dolden hausenden Krabbeltiere suchen das Weite. Auf keinen Fall die Dolden waschen, dabei geht zu viel vom Blütenstaub und damit vom Aroma verloren.

3. Dann gebe ich die Dolden in einen großen Topf (oder zwei oder 1-2 saubere Eimer, gerade was zur Hand ist), dabei schneide ich noch kräftigerere Stiele ab, einfach damit mehr in den Topf passt. Schön fest drücken, dann mit Wasser auffüllen bis die Dolden bedeckt sind, einen Teller darauf legen (gegebenenfalls noch beschweren), um die Dolden unter Wasser zu halten. Alles was heraus ragt wird braun.

4. Das Ganze irgendwo in einer stillen Ecke zugedeckt 1-3 Tage stehen lassen.

Dolden mit Wasser bedecken.
Mit einem Teller beschweren.

5. Nach 1-3 Tagen seihe ich die Dolden ab und gieße die verbliebene Flüssigkeit durch ein Sieb, um alle Schwebeteile herauszufiltern. Man kann auch alles durch einen Kaffeefilter laufen lassen, dann sind noch weniger Schwebeteile in der Flüssigkeit.

6. 1:1 Blütenwasser mit Zucker vermengen. Also zu 1l Blütenwasser 1kg Zucker geben und entsprechend weiter, je nachdem wie viel Blütenwasser man nun hat. Den ausgepressten Saft von 1-2 Zitronen dazu geben, alternativ Zitronensäure. Das Ganze aufkochen. Wenn die Flüssigkeit siedet, in vorbereitete Flaschen füllen. (Weinflaschen mit Schraubverschluss funktionieren super. Ich wasche sie aus, sterililisiere sie anschließend, indem ich sie in den kalten Ofen lege/stelle, ihn auf 150° aufheize und die Flaschen bei 150° 15 Minuten darin liegen lasse. Danach abkühlen lassen!)

Der Sirup hält immer bis zur nächsten Saison. Am besten allerdings kühl lagern und wenn die Flasche geöffnet ist, im Kühlschrank lagern.

Prickelnd und erfrischend: Holunderblütensirup!

Und was mache ich jetzt mit dem schönen Sirup?

Hier ein paar Tipps:

1. Erfrischendes Getränk: Sirup mit Eiswürfeln, einer Zitronenscheibe und Sprudel auffüllen.

2. Hugo: Etwas Sirup mit ein paar Blättern Minze, einer Scheibe Limette und Eiswürfeln in ein Glas geben und mit Prosecco aufgießen.

3. Holunder-Gin-Tonic: Probiert mal das Kultgetränk Gin-Tonic mit etwas Holundersirup aus – schmeckt herrlich!

4. Gin-Holunder-Basilikum-Cocktail: Ein paar Blätter Basilikum zerquetschen, mit Gin, etwas Zitronensaft und Holundersirup auffüllen, nach Belieben noch etwas Tonic Water dazu geben.

5. Heißer Holunder: In der kalten Jahreszeit eine Wohltat: 1 Zitrone auspressen, etwas  Holunder-Sirup dazugeben und mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser aufgießen. Alternativ natürlich auch mit Wiskey oder Rum erweiterbar…

6. Salatsauce: Ich gebe gerne etwas Holunderblütensirup in meine Salatsaucen – sehr lecker!

7. Und was fällt Euch ein? Wir sind gespannt auf weitere Vorschläge in den Kommentaren!

1 Kommentar zu „Duftender Sirup“

  1. Pingback: Sommer-Pilz-Fest – mariandlee.com

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